Schirmherrschaft für die Tagung WerkstoffPlus Auto 2022

Grußwort der Ministerin

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Transformationsprozess der Automobilwirtschaft ist in vollem Gange. Wir wollen es in Baden-Württemberg schaffen, dass unsere Wirtschaft bei den Hochtechnologie-Schlüsselkomponenten wie dem E-Motor, der Hochvolt-Elektronik, aber auch bei Sensorik und Aktorik sowie im Bereich zukünftiger Werkstoffe und Produktionstechnologien eine starke Marktstellung erreicht. Dazu gilt es auch, frühzeitig eine kompetitive Wertschöpfung im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien im Land aufzubauen. Außerdem brauchen wir führende Kompetenzen im Bereich IT und Software im Auto. Schwerpunkte hierbei sind die Themen KI, Betriebssysteme und Applikationssoftware.

Die Pandemie hat uns auch einmal mehr gezeigt, wie wichtig resiliente Lieferketten sind. Wir wollen daher insbesondere die Lieferketten in Europa stärken und stabilisieren. Um Wertschöpfung und Beschäftigung langfristig sichern zu können, braucht es qualifizierte Beschäftigte und ein innovationsfreundliches Umfeld ebenso wie eine leistungsfähige Infrastruktur. Diese und weitere Themen gehen wir gemeinsam mit den verschiedenen Stakeholdern im Strategiedialog Automobilwirtschaft BW (SDA) an.

Die durch die Transformation ausgelösten Veränderungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Unternehmen der Automobilwirtschaft. Insbesondere KMU brauchen unsere Unterstützung. Wir haben deshalb im SDA gemeinsam mit der Landesagentur e-mobil BW eine zentrale Anlaufstelle für den Mittelstand eingerichtet. Die Landeslotsenstelle Transformationswissen BW konnte zum August 2020 starten und leistet hervorragende Arbeit. Unser Beratungsgutschein ergänzt die Arbeit der Lotsenstelle hierbei sinnvoll und wird sehr gut nachgefragt.

Insbesondere der regulatorische Rahmen wird Umfang und Geschwindigkeit der Transformation bestimmen. Auf europäischer Ebene wird mit dem „Green Deal“ die eingeschlagene Richtung weiter verstärkt. In manchen Städten und Ländern Europas sowie in weiteren wichtigen Märkten werden bereits Pläne und Gesetze gestaltet, den Anteil der rein verbrennungsmotorisch und auf fossilen Kraftstoffen basierenden Fahrzeuge im Verkauf ganz zu reduzieren und auch die EU-Kommission gibt mit „Fit for 55“ faktisch ein Datum vor, zu welchem Zeitpunkt Pkw mit Verbrennungsmotoren nicht mehr auf den Markt gebracht werden sollten. Die Landesregierung setzt sich hier klar für einen technologieoffenen und zielorientierten Ansatz unter Nutzung aller Potenziale der verschiedenen Antriebstechnologien ein.

Die Situation ist für alle Akteure sehr herausfordernd. Standortentwicklungen benötigen dennoch Zeit. Mit Blick auf den internationalen Wettbewerb dürfen wir uns aber nicht zu viel Zeit nehmen. Auch wenn wir uns in eine gute Ausgangslage gebracht haben, müssen wir den Prozess weiter vorantreiben. Die Tagung WerkstoffPlus Auto bietet Ihnen wertvolle Einblicke und Raum für Fragen, zum Austausch und zur Vernetzung Ich wünsche allen Teilnehmenden informative Vorträge und intensive Gespräche sowie dem DLR ein gutes Gelingen.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL
Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg

© Martin Stollberg
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